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Reise nach Südkorea



Im August 2007 bekam ich eine Einladung von Mr. BooGoon Kim am Symposium „Beautiful Late Bomers“ im Oktober an der Universität für Frauen in Seoul teilzunehmen. Mr. BooGoon Kim ist Leiter der Stiftung „seonam.org“. Die Stiftung tritt unter anderem für die finanziellen und organisatorischen Belange des Symposiums ein. Vom 25 – 27 Oktober trafen sich 15 Professoren und 4 Referenten aus dem Ausland, um vor 500 interessierten Personen (Studenten/innen, Erzieher/innen und Lehrer/innen) zum Thema frühkindliche Erziehung und Bildung mit dem Schwerpunkt „die Bedeutung des Spielens“, zu referieren. Im Stundentakt wurden die Referate gehalten, und es waren drei Tage voller interessanter Informationen. Ich habe mit einer Powerpointpräsentation von einem Tag aus dem Flensburger Waldkindergarten berichten dürfen. Vor fünf Jahren hat Prof. Dr. Lee aus Südkorea uns im Waldkindergarten Flensburg besucht. Er war einer der Teilnehmer des Symposiums und freute sich auf ein Wiedersehen. In der Zwischenzeit schrieb er ein Buch über deutsche Waldkindergärten und möchte im März 2008 den ersten Waldkindergarten in Südkorea eröffnen.



Meine Reise war für mich ein großes Erlebnis. Die fremde Kultur und die unbekannte Atmosphäre ließen mich am Anfang etwas sprachlos werden, vielleicht ein kleiner Kulturschock oder die Fülle von Eindrücken, die mich überwältigt haben. Meine Präsentation war für den dritten Tag des Symposiums geplant. Die interessierten Zuhörer bekamen alle einen kleinen Ohrlautsprecher, und eine Dolmetscherin übersetzte meine deutschen Vortrag direkt in die koreanische Sprache. So gab es zumindest keine Übersetzungsschwierigkeiten. Die Übersetzerinnen haben wirklich gute Arbeit geleistet, wie ich im nachhinein zu hören bekommen habe. Allerdings fragte ich mich zu Anfang meines Vortrages, was meine Botschaft an diese vielen Menschen sein kann, die doch ihren Alltag mit Kindern ganz anders gestalten. Die meisten Kinder verbringen schon früh ihren Alltag bis zum Abend außerhalb der Familie. Bildung wird groß geschrieben und ein wichtiges Ziel ist es, sich als einer der „Besten“ in der Schule und im Studium zu zeigen. Nicht selten finden nach der Ganztagsschule noch private Förderungsstunden statt, so daß die Kinder erst spät nach Hause kommen.



Doch auch dort in Südkorea gibt es pädagogische Fachkräfte, die einen anderen Weg gehen möchten, und der Inhalt des Symposiums gab für sie weitere Impulse an dieser Veränderung festzuhalten. Bei meiner Präsentation habe ich diese Energie gespürt, und so war die Zeit des Vortragens für mich mit viel Interesse und großer Motivation gezeichnet. Ich glaube, daß es mir gelungen ist, meine Begeisterung und den Sinn meiner Arbeit zu vermitteln und die Freude, die mich jeden Tag im Wald begleitet, spüren zu lassen.

Am letzten Tag des Symposiums waren wir „Overseaspeakers“ aufgefordert gemeinsam über die jetzige Situation zum Thema „Erziehung und Bildung“ in unseren Ländern zu berichten. Außerdem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Fragen an uns zu stellen, und so kam es zu einer regen Diskussion, und wir haben alle eine große Anerkennung and Akzeptanz unserer Arbeit erfahren.



Außerhalb des Symposiums verbrachten wir Referenten aus dem Ausland gemeinsam die Zeit, Frau Heckmann aus Dänemark (Steiner Pädagogik), Frau Zimmer aus Deutschland (Fröebel Pädagogik), Frau Rautasalo aus England (Montessori Pädagogik) und ich haben uns viel über unsere Einrichtungen ausgetauscht, und so war es für mich auch eine intensive Zeit des Lernens und Erfahrens anderer pädagogischer Ansätze.

Herr BooGoon Kim begleitete uns zu jeder Zeit, und er war sehr bemüht uns sein Land in den verschiedenen Facetten zu näherzubringen. Seine sagenhafte Gastfreundlichkeit wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Wir besichtigten einige Tempel, haben zusammen zu Buddha gebetet, aßen in sehr schönen koreanischen Restaurants und besichtigten einen koreanischen Kindergarten.





Am vorletzten Tag flogen wir in eine alte koreanische Stadt und verbrachten dort die letzten zwei Tage. Es war ein herrlicher Ausflug und ich bin sehr froh Korea auch einmal von seiner ländlichen Seite kennen gelernt zu haben, im Kontrast zur großen Hauptstadt Seoul.

Ich freue mich diese Reise gemacht zu haben und bedanke mich bei dem Vorstand des Waldkindergartens Flensburg und bei meiner Kollegin Karin Gimm, die dazu beigetragen haben, daß ich diese vielen Eindrücke von einer ganz anderen Kultur bekommen durfte.



Petra Jäger – Waldkindergarten Flensburg
24. November 2007



























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